Über die ATF (deutsche Version)

Konzeption der Umweltmesstechnik/ATF

bei der Feuerwehr Mannheim


Entstehung der Umweltmesstechnik und Grundlage der Analytischen Task Force


Aufgrund mehrerer Zwischenfälle im Bereich der chemischen Industrie in der Rhein-Neckar-Region wurde bei der Feuerwehr Mannheim ein System konzipiert und umgesetzt, das bei Störfällen schnelle, fundierte Handlungsgrundlagen liefern sollte. Als Ergebnis dieser Bemühungen wurde 1997 der Bereich Umweltmesstechnik ins Leben gerufen.

Bereits kurze Zeit nach der Indienststellung des Systems fand die neu beschaffte Technik auch bei den umliegenden Feuerwehren Interesse und Akzeptanz, was sich in einer zunehmenden Zahl an Einsätzen der Messtechnik im Bereich der Überlandhilfe zeigte.


ATF Standorte mit Einsatzradius

Die Idee einer Analytischen Task Force  (ATF) entstand im Rahmen eines Forschungsvorhabens, das vom ehemaligen Bundesamt für Zivilschutz (Vorgänger des heutigen BBK) bei der Technischen Universität Hamburg Harburg im Jahr 1999 in Auftrag gegeben worden war.
Der Gedanke war der, den mit der messtechnischen Grundausstattung versorgten lokalen Feuerwehren in kurzer Zeit und flächendeckend durch hochtechnisierte und mobile Einheiten mit optimaler Gerätetechnik ein Expertenwissen zur Verfügung zu stellen, um komplexe ABC-Lagen besser bewältigen zu können.
Um diese Aufgabe zu erreichen, müssen die Einheiten luftverlastbar und schnell abrückebereit sein. Zur Unterstützung der Kräfte vor Ort soll im Einsatzfall parallel ein Expertensystem aktiviert werden, das sich aus Fachleuten aller Disziplinen (Meteorologen, Chemiker, Mediziner, Physiker, Ingenieure etc.) zusammensetzt, die aus den vor Ort ermittelten Daten eine Beratung der örtlichen Einsatzkräfte durchführen können.

Der Weg zur Umsetzung dieser Idee erfolgte dann über die „Strategische Neukonzeption der ergänzenden technischen Ausstattung des Katastrophenschutzes im Zivilschutz“.

In der Pilotphase zum Aufbau der Task Forces mit Aufgaben der C-Analytik (auch Analytische Task Force, ATF genannt) wurden im Rahmen eines Pilotprojektes vier Standorte (Feuerwehr Hamburg, Feuerwehr Mannheim, Institut der Feuerwehr in Heyrothsberge und das Landeskriminalamt Berlin) gefördert, die bereits über eine umfangreiche analytische Ausstattung und eine hinreichende Einsatzerfahrung verfügen. Die technischeAusstattung der einzelnen Standorte ist nahezu identisch, nur Art und Umfang des verfügbaren Personals unterscheiden sich durch die gewachsenen Strukturen.

Aufgrund der in der Zukunft vorgesehenen Versorgungsstufen im Katastrophenschutz soll der normierte alltägliche Schutz der Bevölkerung (Stufe I) mit den lokalen Mitteln der Gefahrenabwehr bewältigt werden. Ein flächendeckender Grundschutz (Stufe II) ist auf Ebene der Kreise sicherzustellen. Für den erhöhten Schutz in gefährdeten Regionen und Einrichtungen (Stufe III) sollen die Länder Sorge tragen und der Sonderschutz mit Hilfe von Spezialkräften (Task Forces als Stufe IV) für von Bund und Ländern definierte besondere Gefahren, wird von diesen beiden Gebietskörperschaften gemeinsam getragen.

Es ist vorgesehen, dass – bei Großschadenslagen – die lokale Einsatzleitung zentral beim GMLZ/der Leitstelle einer ATF, Unterstützung anfordern kann, wenn die Lage nicht mit eigenen Kräften bewältigt werden kann. Üblicherweise wird die nächstgelegene ATF zum Einsatz gerufen. Der Einsatz erfolgt dann nach Rücksprache von Einsatzleiter und dem Führer der ATF.