Die Kommandanten

Die Kommandanten

der Freiwilligen Feuerwehr Neckarau

Anton Noll

* 29.1.1861 † 13.7.1925

Kommandant der Neckarauer Feuerwehr 1897-1925

Schon vor der eigentlichen Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Neckarau war Anton Noll als Obmann der

Rettungsmannschaft einer Feuerschutztruppe in Neckarau tätig, so dass sich eine Berufung des erfahrenen Bauunternehmers und Baumeisters zum ersten Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Neckarau anbot. Er baute das Feuerwehrkorps auf und leitete es 28 Jahre - so lang, wie kein anderer Kommandant nach ihm. Als Baumeister setzte er in Neckarau ebenso Maßstäbe. Unter seiner Leitung wurde die katholische Kirche in Neckarau umgebaut und das dazu gehörige Pfarrhaus neu errichtet. Zu seinen zahl-reichen„Bauwerken"zählt u.a.auch die Bonifatius-Kirche in Wohlgelegen.

Aus den Schilderungen über den Menschen Anton Noll geht hervor, dass er schon einmal auf den Tisch hauen konnte,also als energischer Mann anzusehen war. Andererseits, wenn eine Sache besprochen und erledigt war, war sie auch vergessen. Anton Noll war alles andere als nachtragend. In Erinnerung ist seine außerordentliche Hilfsbereitschaft geblieben.- Also alles Eigenschaften, die ein guter Feuerwehrkommandant haben sollte.

Georg Thron

* 8.11.1856  † 4.3.1946

Hauptmann der Neckerauer Feuerwehr 1925-1930

Kein Fuss konnte so krumm sein, dass die Schuhmacherei Thron nicht einen passenden Schuh fertigen konnte. Georg Thron war Chef einer großen Schuhmacherei und beschäftigte in seiner Werkstatt in der Adlerstraße bis zu zwölf Gesellen. Als Spezialität galten seine Offiziersstiefel und orthopädisches Schuhwerk. Schon seit ihrer Gründung 1897 war er Mitglied der Neckarauer Feuerwehr und um die Jahrhundertwende bereits Obmann der Hydrantenmannschaft, bevor er zweiter und dann erster Hauptmann unter dem Kommandanten Oll wurde. 1925 folgte er als zweiter Kommandant dem Wehrgründer nach. Da sich nach der Eingemeindung die Kompanieführer, bis auf auf die aus den selbständigen Gemeinden übernommenen Kommandanten, nur noch als Hauptleute bezeichnen durften, war er als Chef der 7. Kompanie nur Hauptmann mit zwei Zugführern als Offiziere.

Er wird als„recht lebhaft und energisch" geschildert, dem auch in seiner Familie mit gehörigem Respekt begegnet wurde. Frau Elfriede Ziegler -eine Tochter des Feuerwehrmannes Peter Paul- hat heute noch seine lautschallenden Kommandos gut in Erinnerung. Auch wenn er von dieser Seite betrachtet etwas rauh erscheinen mag, ist sein soziales Engagement um so bemerkenswerter: Neben den Tätigkeiten in Schuhmacherei und Feuerwehr war er auch Betreuer von Waisen.

Georg Haun

* 19.2.1876  † 12.9.1949

Hauptmann der Neckarauer Feuerwehr 1930-1939

Bereits in den Jahren 1902/03 gründete Georg Haun die bis heute bestehende Kanalbaufirma Haun, die zeitweilig bis zu 100 Mitarbeiter beschäftigte und ihren ersten Sitz und das Lager in der Rosenstraße hin zur Schwingstraße hatte. Da in dieser Zeit die Kanalisation, insbesondere auch der neu eingemeindeten Orte, vorangetrieben wurde, konnte er sich über mangelnde Arbeit für sein Unternehmen nicht beklagen. Dabei kam es nahezu selbstverständlich auch zur Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmer Noll.

Georg Haun trat 1908 in die Feuerwehr ein, kam hochdekoriert aus dem I.Weltkrieg zurück und wurde 1920 2. Hauptmann unter dem Kommandanten Noll. 1925 wurde er unter dem Hauptmann Thron dessen Stellvertreter als I.Zugführer, bevor er 1930 die Leitung der 7. Kompanie übernahm.

Durchdrungen von preußischen Tugenden, konnte der erfahrene Unternehmer Haun schon resolut auftreten.„Wenn er durch die Straßen Neckaraus in seiner Uniform ging, konnte man meinen,dass da Kaiser Wilhelm kommt",so erinnert sich noch sein Enkel Harro Haun an seinen Großvater als stolzen Feuerwehrhauptmann. Bei seinen Kameraden galt er als ruhiger, sehr kameradschaftlicher Mensch, bei dem man viel über das Feuerwehrhandwerk lernen konnte, der aber auch so manches Fass Bier spendete, wenn es nach den Übungen zu Kamerad Striehl in die Wirtschaft ging.

Übrigens gehörte er zusammen mit Georg Thron zu den so genannten „Frühstücksmeistern" die sich montags zum Frühschoppen meist im Gasthaus „Zur Axt" trafen. Diese Treffen dienten jedoch nicht nur der Geselligkeit. Bei solchen Gelegenheiten wurden auch Informationen ausgetauscht und natürlich Geschäfte besprochen und abgeschlossen.

Friedrich Orth

* 15.4.1883 † 9.2.1968

Führer der Neckarauer Feuerwehr 1939-1945

Sein Maurerhandwerk lernte Friedrich Orth von 1897 bis 1900 beim Baumeister und damaligen Feuerwehrkommandanten Anton Noll. Ein Eintritt in die Feuerwehr kurz nach seiner Volljährigkeit 1905 lag daher nahe. In den 30er Jahren wurde er unter dem Hauptmann Georg Haun Zugführer und übernahm 1939 die Leitung der Neckarauer Feuerwehr. Damit oblag ihm auch die Führung der 7. Kompanie in den Kriegsjahren. Bei Hauptalarm hatte er sich mit der nicht in den Krieg eingezogenen verbliebenen Mannschaft bei der Polizei zu treffen und mögliche Einsätze abzuwarten. Feuerwehrarbeit gab es nach Bombenangriffen zur Genüge. Aber auch wenn es nicht zu Einsätzen kam, blieb er außerhalb der Bunker und beobachtete die Lage. Nach dem Wiederaufbau blieb er der Neckarauer Feuerwehr als Mitglied der Altersmannschaft verbunden.

Beruflich führte ihn sein Weg als Betriebsmaurer zur Seilwolff. Abends und an Samstagen verdiente er sich ein Zubrot in einem Neckarauer Getränkehandel. Privat, so weiß sein Enkel Manfred Neubert zu berichten, galt er als lebenslustiger Mensch, der sein regelmäßiges„Viertele" nicht verschmähte, aber auch als sehr ordnungsliebend. Er wußte immer ganz genau, wo welches Stück seiner Werkzeuge zu finden war, es sei denn, seine Frau hatte einmal wieder ein Stück an die Nachbarschaft verliehen.

Karl Boll

*6.11.1912 † 3.7.1991

Abteilungsführer der Neckarauer Feuerwehr nach dem Wiederaufbau 1947-1972

1932 trat KarlBoll in die 7. Kompanie der Freiwilligen Feuerwehr Mannheim ein. Gleich zu Kriegsbeginn 1939 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und kehrte erst 1947 aus russischer Gefangenschaft heim. Seiner Initiative und unermüdlichen Arbeit ist es zu verdanken, daß die Neckarauer Feuerwehr nach dem Zweiten Weltkrieg 1947 wieder aufgestellt wurde und die schwere Zeit ohne Unterkunft ab 1963 überstand.

Da in der Nachkriegszeit das Schuhmacherhandwerk alleine den Schuhmachermeister nicht mehr ernähren konnte, war Karl Boll im Nebenberuf dann auch als Leichenträger und Leichenbeschauer tätig. Nachdem er die Schuhmacherei vollständig an seinen Sohn weitergegeben hatte, arbeitete er als Portier bei der Firma Vetter (später Horten) und bis zur Pensionierung auf dem Großmarkt. Außerhalb der Feuerwehr engagierte sich Karl Boll in seiner Kirchengemeinde als Kirchenältester und war Gründungsmitglied der Narrengilde„Die Pilwe".

Wie seine Vorgänger konnte er, wenn nötig, resolut auftreten und den Kameraden ebenso wie anderen Gesprächspartnern sagen, was Sache ist. Sein Charakter war aber auch geprägt von einem sehr verständnisvollen und kameradschaftlichen Wesen, so dass er von den Mitgliedern seiner Abteilung auch als Ratgeber sehr geschätzt wurde.

Nach seiner aktiven Dienstzeit blieb er seiner Feuerwehr erhalten. Küche und Proviantversorgung in Einsatz und Übung übernahm er als seine Aufgabe und manchmal kam es uns so vor als wäre er mit diesem Proviant bereits zeitgleich mit uns zum Einsatzort ausgerückt.

Werner Hofmann

* 7.5.1932  † 21.11.1996

Abteilungskommandant der Neckarauer Feuerwehr 1972-1989

Werner Hofmann kam 1951 mit seinem Vater von der Betriebsfeuerwehr der Seilwolff zur Neckarauer Feuerwehr, engagierte sich bald als Maschinist und Gruppenführer und wurde 1962 zum stellvertretenden Abteilungskommandanten sowie Schriftführer gewählt. 1972 übernahm er die Leitung der Abteilung von Karl Boll. 1988 wurde er zum Stadtbrandmeister gewählt und übergab daher 1989 die Leitung der Abteilung in jüngere Hände. Seinen Beruf - er war gelernter Elektriker - erlernte er in der„lsolation", arbeitete aber, nach einigen verschiedenen beruflichen Stationen, bis zu seiner Pensionierung bei der Büromaschinenfirma Risch.

Sein Auftreten gegenüber den Kameraden war geprägt von Ruhe und ureigener Gemütlichkeit. „Ä guuts Feier braucht sei Zeit". Mit diesem Zitat entzog er bei Einsätzen jeder aufkommenden Hektik schnell den Boden. Dass man in ihm einen Vorgesetzten hatte, merkte man erst, wenn man selbst nicht mehr weiter wußte und er dann sagte, „wo es lang geht". Alles andere erledigte er auf seine ruhige und kameradschaftliche Art. Auf diese Weise förderte er auch die Initiativen jüngerer Kameraden und er erreichte so nach und nach, dass die Neckarauer Feuerwehr wieder eine Unterkunft, Einsatzfahrzeuge und Geräte erhielt. Er knüpfte auch Kontakte nach Finkenberg im Zillertal. Die Fahrten der Neckarauer Feuerwehr um Christi Himmelfahrt nach Finkenberg waren in den 70er und 80er Jahren in Neckarau eine Institution.

Michael Stöckl

* 25.2.1960

Abteilungskommandant der Neckarauer Feuerwehr 1989-1999

 

Norbert Windecker

*09.02.1958

Abteilungskommandant der Neckarauer Feuerwehr 1999-2003

Ausbildungsbeauftragter
der Freiwilligen Feuerwehr Mannheim          2003-2006

stellv. Stadtbrandmeister
der Freiwilligen Feuerwehr Mannheim          2004-2012

Stadtbrandmeister
der Freiwilligen Feuerwehr Mannheim          2012-heute

Martin Hofmann

*15.01.1964

Abteilungskommandant der Feuerwehr Neckarau 2003-2013

 

Maren Schwerdtner

*05.01.1973

Abteilungskommandant der Feuerwehr Neckarau 2013-2018