Brandbekämpfung

           der Weg und die Mittel

Schläuche, Verteiler, Strahlrohre

Feuerwehrschläuche lassen sich grob in zwei Gruppen unterscheiden: Schläuche, durch die Wasser gesaugt werden kann (Saugschläuche) und Schläuche, die unter Druck Wasser, Wasser-Schaumgemisch, CAFS-Schaum etc. weiterleiten (Druckschläuche).

Druckschläuche haben die primäre Aufgabe der Wasserweiterleitung. Sie werden vorwiegend bei der Brandbekämpfung verwendet. Sie können aber auch zum Ableiten etwa von Schmutzwasser im Hochwassereinsatz o.ä. genutzt werden. Druckschläuche bestehen heute aus Kunstfaser und haben in der Regel eine flexible Form, d.h. sie können  zusammengerollt werden, wodurch sie sich platzsparend verstauen lassen. Die bei der Feuerwehr am häufigsten zum Einsatzkommende Schläuche sind die B (Innendurchmesser: 75mm, Länge: 20m) und C (Innendurchmesser: 42mm, Länge 15m) Schläuche.

B-Schläuche werden zur Wasserförderung aus Hydranten zur Pumpe, von der Pumpe zum Verteiler und ggf. bis zum B-Strahlrohr oder Schaumstrahlrohr mit B-Anschluss eingesetzt. Im Bereich des Löschangriffs verwendet die Feuerwehr meistens C-Schläuche, da diese mechanisch einfacher zu handhaben sind (z.B. werden C-Schläuche in Tragekörben benutzt) und die mit einem C-Strahlrohr abgegebene Menge Wasser oft ausreicht.

Saugschläuche sind im Gegensatz zu Druckschläuchen formstabil, damit sie sich nicht durch den beim Saugvorgang auftretenden Unterdruck zusammenziehen. Sie werden als Saugleitung an den Saugeingang einer Feuerlöschkreiselpumpe angeschlossen und zur Wasserentnahme aus offenen Gewässern mit einem Saugkorb abgeschlossen. Die Feuerwehr benutzt normalerweise Saugschläuche der Größe A (Innendurchmesser: 110mm, Länge 1,6m)

Der Verteiler dient, wie der Name schon sagt, dem Verteilen des Löschmittels von einer Zuleitung auf mehrere Schlauchleitungen. Am Gehäuse eines B-Verteilers sind am Eingang und dem gegenüberliegenden Abgang jeweils eine B-Kupplung, sowie an den beiden seitlichen Abgängen jeweils eine C-Kupplung angebracht. So ist es möglich den Wasserstrom der von der Pumpe aus einer B-Leitung kommt, auf 3 C- oder 2 C- und 1 B-Leitungen zu verteilen.

Um einen „Schlauchsalat“ an der Einsatzstelle zu vermeiden, gibt es eine festgelegte Reihenfolge für das Anschließen der C-Rohrleitungen an den Verteiler (Angaben in Richtung des Wasserstroms): 1. Rohr links , 2. Rohr rechts, 3. Rohr Mitte.

Nachdem das Wasser aus der Pumpe durch Schläuche und Verteiler geschossen ist, kommt es aus den verschiedensten Strahlrohren, die der Feuerwehr zur Verfügung stehen.

Die noch Gebräuchlichsten sind die Mehrzweckstrahlrohre (auf Bild links), die es in D, C, und B Größen gibt. Die Strahlart wird dadurch bestimmt, in welcher Richtung der Drallkörper durch den Kugelhahn in die Flussrichtung des Wassers eingebracht wird. Bei Kugelhahn nach vorne erhält man einen Vollstrahl, bei 180° Drehung, den Sprühstrahl und bei 90° Drehung, blockiert der Drallkörper den Wasserfluss; das Strahlrohr steht dann auf „Wasser halt“. Das B-Rohr wird normalerweise nur mit Stützkrümmer benutzt (auf Bild zu sehen). Durch den Stützkrümmer werden ca. 30% der Kraft auf den Boden abgeleitet, wodurch es möglich ist, dass das B-Rohr von einem Trupp gehalten werden kann.

Die Menge an Wasser, die durch das Strahlrohr fließt beträgt bei B-Rohren ca. 400l/min (800l/min ohne Mundstück), bei C-Rohren ca. 100l/min (200l/min o. M.) und bei D-Rohren ca. 25l/min (50l/min o. M.)

Auf Grund der größeren Flexibilität und dem besseren Strahlbild werden in den letzten Jahren, insbesondere zur Brandbekämpfung in Gebäuden, verstärkt Hohlstrahlrohre (auf Bild oben) an der Stelle von C-Mehrzweckstrahlrohren eingesetzt. Der großen Vorteile des Hohlstrahlrohres liegen in der stufenlosen Einstellmöglichkeit von Sprühkegel und Durchflussmenge, was eine flexible Anpassung an den Brand und die Gegebenheiten ermöglicht, wodurch auch Wasserschäden vermieden werden können. Darüber hinaus ist es möglich eine größere Fläche mit dem Sprühstrahl abzudecken, was zusammen mit einer kleineren Tröpfchengröße die Kühl und Löschwirkung verbessert.

Schaum

Löschschaum besteht aus einer Mischung aus Wasser, Schaummittel und Luft. Das Schaummittel wird an der Einsatzstelle, mit Hilfe eines Zumischers (Bild unten) aus Kanistern, dem Wasser beigemischt. Diese Mischung wird dann im Schaumstrahlrohr mit Luft verwirbelt und so aufgeschäumt.
Je nach Einsatzart werden verschiedene Schaummittel verwendet und verschiedene Schaumarten produziert.

Die Schaummittel werden dem Wasser nur in einer Menge von 1% - 6% zugemischt. Die Qualität des Schaums ist abhängig von der zugemischten Schaummittelmenge, der Wassertemperatur und dem Druck am Schaumstrahlrohr. Die verschiedenen Schaummittel verlieren unter Umständen ihre Wirkung, wenn man sie miteinander mischt. Man kann also immer nur eine Schaumsorte einsetzen.

Grundsätzlich unterscheidet man unter Schwer-, Mittel- und Leichtschaum. Wobei Schwerschaum aufgrund eines hohen Wasseranteil der Schwerste ist und sehr weit geworfen werden kann, wogegen Leichtschaum so leicht ist das er überhaupt nicht geworfen werden kann.

Schaum hat eine sehr geringe spezifische Dichte, weshalb er in der Lage ist, auf der Oberfläche des Brandgutes eine geschlossene Schicht zu bilden, auch wenn es sich um Flüssigkeiten handelt. Diese Sperrschicht verhindert den Austritt von Dämpfen und Gasen und behindert darüber hinaus noch die Sauerstoffzufuhr zum Brennstoff. Beim Einsatz von Schaum ist es wichtig, dass eine geschlossene Schaumschicht aufgetragen werden kann.

Schnellangriff

Der Schnellangriff besteht aus einem formstabilen Druckschlauch, der direkt mit der Fahrzeugpumpe verbunden und auf einer fest im Fahrzeug installierten Haspel aufgerollt ist. Am Ende befindet sich ein Hohlstrahlrohr.

Mit Hilfe des Schnellangriffes ist es möglich direkt zur Brandbekämpfung überzugehen, ohne dass der Schlauch ganz abgerollt werden muss oder vorher eine Schlauchleitung gelegt werden müsste, was für kleinere Brände, wie zum Beispiel Fahrzeugbrände von großem Vorteil ist.

Feuerlöscher

Feuerlöscher haben ein Gewicht von 2-20 Kilogramm. Sie dienen dem Ablöschen von Klein- und Entstehungsbränden. Ein Feuerlöscher enthält Löschmittel, das durch gespeicherten oder bei Inbetriebnahme erzeugten Druck ausgestoßen wird.

Die in einem Feuerlöscher verwendeten Löschmittel sind auf Grund ihrer Löschwirkung für bestimmte Arten von Bränden geeignet, die in Brandklassen eingeteilt sind.

Die Brandklassen, für die ein Feuerlöscher geeignet ist, sind auf jedem Feuerlöscher angegeben und mit Piktogrammen abgebildet und durch die Buchstaben A, B, C, D und F abgekürzt. Aus der Eignung eines Feuerlöschers für bestimmte Brandklassen, leitet sich auch häufig der umgangssprachliche Name ab, so ist beispielsweise ein ABC-Löscher für die Brandklassen A, B und C geeignet.

Die Kübelspritze ist heute ein antiquiert anmutendes Löschgerät, mit einer handbetriebenen Pumpe. Der große Vorteil gegenüber einem Wasserlöscher ist die einfache Nachfüllbarkeit. Nichtsdestotrotz hat die Kübelspritzte heute für die Feuerwehr ihre Bedeutung verloren.

 

v.l.n.r. Wasser-, CO2-, Pulverlöscher, Kübelspritze