Probenahme

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Eine wichtige Aufgabe in ABC Einsätzen ist die Frage nach der Art und der Menge des ausgetretenen Gefahrstoffs. Diese Informationen können das Vorgehen zur Abwendung der Gefahrensituation enorm erleichtern. Ist das Gefährdungspotential bekannt, so kann man mit teilweise erheblich leichterem Aufwand vorgehen. Damit die Mess- und Analysegeräte Aufschluss über den Schadstoff geben können, müssen zunächst Proben an charakteristischen Stellen genommen werden.

Diese werden anschließend aufbereitet und einem Mess- oder Analysegeräte zugeführt. Das korrekte Sammeln von Proben bedarf dabei einiges an Knowhow. Da die Probenahme am Beginn einer Analyse steht, beeinflusst sie diese entscheidend. Die Anforderungen sind dementsprechend hoch. Die entnommene Probe muss für den Ort, sowie den Zeitpunkt repräsentativ sein, die Dokumentation muss sorgfältig erfolgen und die zu verwendenden Gefäße zur Aufnahme der Probe müssen korrekt ausgewählt werden. Am anspruchsvollsten ist hier wohl die Entnahme von biologischen Proben.
Zu diesem Zwecke haben wir in Mannheim, zusätzlich zur Standardausrüstung der Erkundungskraftwagen, einen speziellen Rucksack zur Probenahme bei Schadenslagen im Zusammenhang mit Mikroorganismen. Zur Probenahme im A- und C-Bereich ist unser Repertoire ebenfalls im Vergleich zur Standardausrüstung stark erweitert. Dabei greifen wir Großteils auf die Erfahrung der Kollegen der Berufsfeuerwehr Mannheim zurück, die als ATF Standort (Analytische Task Force) über ausgereifte Konzepte verfügen.

Das Vorgehen zur Probenahme erfolgt allgemein in einer, der Gefahrenlage angepassten Schutzkleidung, was das Arbeiten mit kleinsten Stoffmengen ungemein erschweren kann. Besonders die Mikro-Probenahme, bei der auch Stoffmengen im µg-Bereich genommen werden können, sind eine Herausforderung. Da man oft erst vor Ort entscheiden kann, an welcher Stelle man welche Probe nimmt, ist es sinnvoll einen Großteil der Ausrüstung mitzuführen, sodass man flexibel reagieren zu kann. Um nicht unnötig in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt zu sein, ist das nötige Material daher in taktischen Westen untergebracht, welche der Probenahme-Trupp über seinem Schutzanzug trägt.

Anspruchsvolle Probenahmen werden in Mannheim von einem Trupp aus drei Personen durchgeführt. Der Führer übernimmt dabei die Dokumentation, hält den Funkkontakt und entscheidet über das Vorgehen. Die Dokumentation der Umgebungsdaten und das Vorgehen bei der Probenahme ist nicht nur für die anschließende Schadensbewertung von Bedeutung, sondern kann auch von großem Interesse sein, wenn der Einsatz im Nachhinein juristisch untersucht wird.

Die Liste an möglichen Fehlerquellen bei der Probenahme ist hoch.Daher ist regelmäßiges Üben unumgänglich, damit eine korrekte qualitative und quantitative Analyse möglich wird.