Zusammen sind wir stärker: Gemeinsamer Einsatz der Feuerwehr und des THW in der Jugendherberge Mannheim (Langversion)

Für besonders Neugierige - hier unser ausführlicher Einsatzbericht:

„Also legen wir los!“, ruft Mario König und die zweireihige Aufstellung der Freiwilligen Feuerwehr Neckarau und des THW Ortsverbandes Mannheim löst sich auf. Insgesamt 42 Männer und Frauen hatten sich im 90°-Winkel aufgestellt, da so eine allgemeine Ansprache am besten möglich ist.
Von der Freiwilligen Feuerwehr sind 21 Helfer*innen vor Ort, das THW ist mit 18 Helfer*innen angerückt. Von der Berufsfeuerwehr Mannheim sind drei Feuerwehrmänner vor Ort, unter ihnen Mario König, der Leiter dieses Einsatzes.

Wir befinden uns auf dem Gelände der Jugendherberge International Mannheim. Die Stadt Mannheim hat die Jugendherberge gemietet. Wo normalerweise Touristen, Reisende und Schulklassen als Gäste eine schöne Zeit verleben, können so zukünftig einer Quarantäne unterliegende Menschen diese in einem möglichst angenehmen Rahmen verbringen.
Im Rahmen von weiteren Vorbereitungen zur Bewältigung der COVID-19-Lage soll auf Beschluss von Verwaltungsspitze und Gemeinderat die Jugendherberge als Ausweichquartier für Personen, die einer Quarantäne unterliegen, jedoch keiner medizinisch-pflegerischen Behandlung bedürfen, hergerichtet werden. Durch die Verlegung solcher Personen in ein derartiges Ausweichquartier können klinische Ressourcen entlastet werden. Fallabhängig können altenpflegerische Maßnahmen für diesen Personenkreis erforderlich sein.

Doch bevor die ersten Bewohner, so werden die Personen in Quarantäne offiziell von Feuerwehr und THW bezeichnet, kommen können, muss die Jugendherberge unter pflegerischen Maßgaben hergerichtet werden.

Stockbetten, bei jungen Gästen der Herberge beliebt, sind für pflegebedürftige Menschen natürlich nicht geeignet.
Daher wurde im Vorfeld eine Schreinerei aus Neckarsulm damit beauftragt, in einigen der Zimmern Platz zu schaffen. Innerhalb eines Tages schraubten die acht Mitarbeiter*innen der Firma zahlreiche Betten und weiteres Mobiliar auseinander und beschrifteten die Einzelteile.
Weitere Vorbereitungen werden von den Einsatzkräften durchgeführt.

Die beiden Verantwortlichen der jeweiligen Organisationen, Ben Wenker, Zugführer des THW Ortsverbandes Mannheim und Florian Häffner, Abteilungskommandant der Freiwilligen Feuerwehr Neckarau, erhalten am Freitag, den 17.04.2020, den schriftlichen Einsatzauftrag von der Berufsfeuerwehr.
Sie bilden aus Ihren Truppfrauen und -Männern, Helferinnen und Helfern jeweils eine zur Aufgabenstellung passende Mannschaft. Von beiden ehrenamtlichen Organisationen werden 21 Personen gestellt. Drei THW-ler fahren nicht mit in den Einsatz, sondern verbleiben im Rettungszentrum und bereiten das Essen für 40 Personen vor.

Der Schutz der Einsatzkräfte steht auch hier an oberster Stelle. Daher werden alle Hygiene- und Abstandsregeln so weit wie möglich eingehalten. Absichtlich bleiben die Kräfte möglichst im Verbund Ihrer Kontaktgruppen tätig, weshalb nur in Ausnahmen Personen der Feuerwehr und des THW bei Aufgaben vermischt werden.
Auch erhalten alle am Einsatz beteiligten Personen Community-Masken, also einen Mund- und Nasenschutz, der ständig zu tragen ist.
Dafür wird eine sogenannte Marscherleichterung angeordnet, was bedeutet, dass die Helfer*innen nicht mit der Multifunktionsjacke oder gar Helm arbeiten müssen. Persönlicher Schutz wird daher nur bei entsprechenden Teilarbeiten angelegt.

Am Montag, den 20.04.2020, treffen sich um 7:45 Uhr im Rettungszentrum des THW die Kamerad*innen des THW zum gemeinsamen Frühstück. Eine Tradition im THW: vor dem Dienst oder vor planbaren Einsätzen wird gemeinsam gegessen.

Eine halbe Stunde später beladen die 18 fleißigen Ehrenamtlichen bereits die fünf Fahrzeuge. Normalerweise würde drei Fahrzeuge für 18 Personen ausreichen, aber um das Infektionsrisiko zu minimieren, werden die Helfer auf mehr Fahrzeuge verteilt.

Etwa zur gleichen Zeit treffen sich auf der Hauptfeuerwache die Beteiligten der Feuerwehr zunächst zu einer kurzen Besprechung, um kurz darauf mit ihren Fahrzeugen auf der Feuerwache Süd eingelagertes Material abzuholen.

Kurz nach 9 Uhr erreicht das THW die Jugendherberge. Dort sind die Kamerad*innen der Freiwilligen Feuerwehr Neckarau bereits dabei, ihre vier eingesetzten Fahrzeuge zu entladen.

Nachdem nun alle angeforderten Einsatzkräfte vor Ort angekommen sind, stellen sie sich im 90°-Winkel auf. Mario König, Einsatzleiter, umreißt die heutigen Aufgaben, die Planung und gibt die Regeln und Verhaltensweisen – vor allem auch hinsichtlich des Infektionsrisikos – bekannt.
Nach seinem „Also legen wir los!“ sammeln sich die Helfer der beiden Organisationen bei ihrem jeweiligen Ansprechpartner.

Florian Fromm, Truppführer der Freiwilligen Feuerwehr, ist, wie alle Helfenden vor Ort, hoch motiviert: „Wir können wieder mal zeigen, dass sich die Bevölkerung auf die Feuerwehr Mannheim Neckarau und den THW Ortsverband Mannheim verlassen kann. Der Spaß wird dabei, trotz des ernsten Themas, bestimmt nicht zu kurz kommen.“

Zwei Stockwerke der Jugendherberge müssen ertüchtigt werden, wie es im Einsatzjargon heißt. Daher wird die Freiwillige Feuerwehr mit der Ertüchtigung des ersten Obergeschosses beauftragt, das THW mit dem zweiten Obergeschoss. Ihnen wird jeweils ein Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr zugeteilt, der die Aufgaben koordiniert, deren Erledigung dokumentiert und an den Kommandoposten im Erdgeschoss meldet.
Es werden kleine Trupps aus zwei bis vier Personen gebildet. Jeder Trupp erhält eine Aufgabe und arbeitet diese Zimmer für Zimmer ab. Insgesamt sind über 60 Zimmer vorzubereiten.

Jedes der Zimmer soll am Ende eine von der Altenpflegeheime Mannheim GmbH festgelegte Ausstattung an Mobiliar und Einrichtungsgegenständen enthalten. Unter anderem zwei abwaschbare Stühle, ein pflegegerechtes Bett inklusive Bettwäsche und zwei Mülleimer. Also räumen die Kräfte überflüssige Möbel, die ja von der Schreinerei fachgerecht zerlegt wurden, in das Lager unterm Dach. Eigentlich sind die großen Räume für Seminare u.ä. gedacht, aber sie bieten genügend Fläche, um die Möbel und Möbelteile zimmerweise in zwei Lagen übereinander zu stapeln. Hier war einiges an Planung notwendig, um so viele Einzelteile aus jedem Zimmer logisch und übersichtlich zu verstauen.

Normalerweise kümmern sich 21 Angestellte und zwei Herbergsleitende um das Wohl der Gäste. COVID-19 sorgt nun dafür, dass jeder von ihnen in Kurzarbeit ist. Ganze vier Angestellte, davon zwei junge Menschen im Bundesfreiwilligendienst, sind täglich für ein paar Stunden vor Ort.
Valerie Brunnett, Empfangsleitung der Herberge, freut sich „Es ist gut, dass mal wieder was los ist.“. Direkt neben ihrem Arbeitsplatz und am Haupteingang zur Jugendherberge wurde der Kommandoposten des Einsatzleiters aufgebaut. Dort herrscht in den kommenden zwei Tagen immer rege Betriebsamkeit, laufen hier doch alle Fäden des Einsatzes zusammen.

Jasmin Pribil, Truppfrau in der Freiwilligen Feuerweht Neckarau, ist froh, dass die Schreiner bereits die Betten abgebaut haben. „Hätten wir das auch noch machen müssen, wären wir noch lange beschäftigt.“ sagt sie und trägt sperrige Teile des Bettes Richtung Fahrstuhl.
Zwischenzeitlich ist der Fahrstuhl stark ausgelastet, teilweise warten die Helfer minutenlang darauf, dass sich die Türen öffnen. Daher wird kurzfristig eine Pause für einen Teil der Kamerad*innen ausgerufen. In dieser Zeit können die anderen den Fahrstuhl in Beschlag nehmen.

Bei dieser kurzen Pause auf dem im Sonnenschein liegenden Hof, nippt Andreas Wolsiffer, Truppführer der Freiwilligen Feuerwehr, an einem Getränk. „Getränke mit Zucker sind wichtig!“ lacht er. Und man sieht ihm an, dass er schon schwer gearbeitet hat.
Die Versorgung mit warmem, frisch zubereitetem Mittagessen, Nachspeise, Heiß- und Kaltgetränken, Snacks, Süßigkeiten und Obst übernimmt wieder der Logistik-Verpflegungstrupp des THW.
Heute gibt es zum Mittagessen duftendes Paprika-Sahne-Hühnchen mit Reis, knackigen Salat und frische Apfeltaschen.
Am Sonntag standen dafür drei Helfer*innen in der großen Küche des Ortsverbandes und backten 80 Apfeltaschen. Fünf Kilogramm Blätterteig, unzählige Äpfel und weitere Zutaten wurden so unter Anleitung einer gelernten Bäckerin in Köstlichkeiten verwandelt.

Nach der Mittagspause wird ein erster Transport durchgeführt. Eine ganze LKW-Ladung holen zwei THW-Kräfte vom Uniklinikum Mannheim ab und bringen es zur Jugendherberge. Auch bei diesen Aufgaben funktioniert das Zusammenspiel der Organisationen sehr gut. Witiko Wladika, Helfer im THW, erlebt es so: „Wenn Not am Mann ist, packt jeder mit an. Ob THW'ler oder Feuerwehrmann, Helfer oder Führungskraft.“.

Die Transportfahrten werden vom Kommandoposten im Erdgeschoss aus koordiniert. Kein Fahrzeug verlässt den Hof ohne einen sogenannten Fahrauftrag und Marschbefehl. Insgesamt stehen neun Fahrzeuge und entsprechende Kraftfahrer*innen zur Verfügung. Bis zum Ende des Einsatzes wird es über 60 einzelne Fahrten geben.

David Burkhardt, Zugtruppführer des THW, besetzt zusammen mit einem Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr und dem Einsatzleiter Mario König den Kommandoposten am Haupteingang der Jugendherberge. „Die direkte Kommunikation hier am Kommandoposten mit der Freiwilligen Feuerwehr funktioniert super und sehr vertrauensvoll.“, sagt er und betont, dass sich die Organisationen gegenseitig sehr gut ergänzen. Lächelnd ergänzt David: „Aufträge können organisationsübergreifend erteilt werden. Da gibt es keine Hemmschwellen.“.

Am Kommandoposten steht auch ein Erste-Hilfe-Rucksack bereit, mit dem der ausgebildete Sanitäter von der Feuerwehr sofort bei einem Unfall auf dem Gelände tätig werden könnte. Hendrik Zimmer übernimmt am ersten Tag diese Aufgabe, Florian Fromm am zweiten Tag. Glücklicherweise kommt es zu keinen Unfällen.

Marina König, Truppführerin bei der Freiwilligen Feuerwehr und Studentin ist froh, endlich wieder etwas „sinnvolles“ tun zu können. „Die Dienste fehlen mir. Und durch diesen Einsatz habe ich das Gefühl, dass ich endlich wieder etwas Nützliches für die Gemeinschaft leisten kann.“. Eine der vielen Aufgaben bei der Ertüchtigung der Jugendherberge hat ihr besonders gut gefallen:
„Mein Tageshighlight war auf jeden Fall die Matratzen-Transport-Kette! Da hat man einfach gesehen wie gut und effektiv etwas klappt, wenn alle zusammenarbeiten und jeder anpackt.“. Unzählige Matratzen mussten aus zwei Stockwerken in das Lager unterm Dach transportiert werden. Hier bildeten die Truppfrauen und -Männer eine Kette durchs Treppenhaus und schoben die Matratzen von Person zu Person.

Vielfach zeigen sich die ehrenamtlichen Einsatzkräfte erfreut darüber, ihre Kameradinnen und Kameraden wiederzusehen. Alle sind sich der besonderen Lage mit COVID-19 bewusst. Daher wird auch bei Pausen auf einen größtmöglichen Abstand untereinander geachtet.

Am Nachmittag macht sich der Oberbürgermeister der Stadt Mannheim Dr.Kurz ein Bild von den Arbeiten an der Jugendherberge und schaut persönlich vorbei. Mario König als Einsatzleiter erklärt ihm die einzelnen Maßnahmen.

Der Montag geht arbeitsam gegen 16:30 Uhr zu Ende. Die Fahrzeuge werden besetzt und steuern die jeweiligen Fahrzeughallen an. Um 17 Uhr ist dann für heute Schluss.

Auch am Dienstag Morgen frühstücken die Helfer*innen im THW gemeinsam, bevor sie, verteilt auf fünf Fahrzeuge, zur Jugendherberge fahren. Kurz nach 9 Uhr stellen sich die Kamerad*innen der Freiwilligen Feuerwehr Neckarau gemeinsam mit den THW-Helfer*innen auf und Mario König fasst die Planung für den heutigen Tag zusammen. Vor ihm stehen heute 17 THW-ler und 18 Feuerwehrmänner – und frauen. Bereits eine viertel Stunde später packen die ehrenamtlichen Kräfte wieder kräftig zu und erledigen die restlichen Aufgaben.

Heute sind mehrere Transportfahrten von verschiedenen Pflegeheimen der Altenpflegeheime Mannheim GmbH notwendig. Sobald das Material ankommt, laden die Helfer*innen es vor Ort aus und bringen es in die Zimmer. Zahlreiche Nachtschränkchen, Rollstühle und Müllbehälter wandern so durch die Gänge und Flure der bis 2014 aufwändig renovierten Gebäudeteile.

Um 10 Uhr kommt Karlheinz Gremm, Amtsleiter der Feuerwehr Mannheim, zum Einsatzort und informiert sich über den Stand. Am Nachmittag wendet er sich per E-Mail an die Einsatzkräfte vor Ort: „Heute konnte ich mich von der tatkräftigen und der soliden und professionellen Arbeit der Akteure vor Ort überzeugen. Mein Dank gilt allen Beteiligten für die hervorragende Zusammenarbeit und Hilfeleistung in diesen schweren Stunden.“.

Derweil gehen die Arbeiten weiter. Eine Gruppe THW-Helfer*innen unter Michael Lansche, scherzhaft von seinen THW-Kamerad*innen in diesem Einsatz „Holzwurm“ genannt, kümmert sich um die restlichen Aufgaben bei der gestern begonnenen Verlegung von OSB-Platten im zukünftigen Lagerraum. Sie dienen zum Schutz des Parketts. Michael ist gelernter Schreiner und weiß daher, wie er solche Aufgaben umsetzen kann. Dieses Wissen vermittelt er aktiv im Einsatz seinen Helfer*innen. „Nach kurzer Anleitung war das kein Problem. Auch wenn bei einem Boden sorgfältiger gearbeitet werden muss, als bei einer Notverschalung eines zerstörten Schaufensters. Das lief alles problemlos. Anschließend bauen die Kamerad*innen Schwerlastregale auf.
Thomas Feldberg, einer Michaels Helfer, ist zufrieden mit der Zusammenarbeit unter den Helfern. Nur auf COVID-19 ist er nicht so gut zu sprechen: wegen der Krise musste er seine geplante Hochzeit auf ungewisse Zeit verschieben. Den Polterabend – natürlich sollte dieser im THW mit den Kamerad*innen stattfinden – musste abgesagt werden.

Einige der Helfer und Helferinnen sind gleichzeitig Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr und im THW. Darunter Ann Katrin Rudolph, eine 18 Jahre junge Schülerin. Sie ist heute als Truppfrau der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort. Im THW ist sie Helferin in der Schweren Bergung. Glücklicherweise sind die aktuellen Schulaufgaben erst bis Freitag zu erledigen, daher konnte sie an beiden Tagen mithelfen.

Und so ist das bei allen ehrenamtlich tätigen Truppfrauen und -männern der Freiwilligen Feuerwehr und den Helferinnen und Helfern des THW: jeder einzelne geht zur Schule, studiert, ist Angestellter oder Selbständiger. Angestellte können nur in den Einsatz, wenn sie freigestellt werden. Eigentlich ist eine Freistellung unter anderem für Einsätze gesetzlich vorgeschrieben, aber nicht alle Arbeitgeber können jederzeit auf ihre Mitarbeitenden verzichten.
Einige der Helferinnen und Helfer haben Kinder und müssen im Einsatzfall erst sicherstellen, dass die Kleinen gut versorgt werden. Für die Einsatzkräfte im Ehrenamt, die freiwillig und unentgeltlich ihre Zeit und Kraft – und möglicherweise auch Gesundheit – dem Gemeinwohl zur Verfügung stellen, ist es selbstverständlich, für Einsätze bereit zu stehen.

Eine, die diesen Aufwand gewohnt ist, ist Dr.Damaris Duttig. Sie ist Truppführerin bei der Freiwilligen Feuerwehr, arbeitet als Assistenzärztin in der Anästhesie im Klinikum Ludwigshafen und hat zwei Kinder. „COVID-19 betrifft jeden. Kliniken, die Altenpflege, Einsatzkräfte aber auch jeden Menschen zu Hause.“. Deshalb kann ihrer Meinung nach auch jeder Mensch helfen, sei es durch Hilfe bei der Kinderbetreuung oder dadurch, Kontakte einzuschränken, um das Infektionsrisiko zu verringern.
„Nur wenn man sich gegenseitig den Rücken freihält, kann man sinnvoll die Kräfte verteilen. Wenn ich weiß, dass meine Kinder gut betreut sind, kann ich in der Klinik arbeiten. Ist die Versorgung in der Klinik sichergestellt, dann kann ich freigestellt werden, um mit der Freiwilligen Feuerwehr in den Einsatz zu gehen.“.

Um 12:30 Uhr liefert die Logistik Verpflegung des THW das Mittagessen an. Kurz darauf wird ein köstliches Nudelgericht, Salat und als Nachspeise Apfel-Crumble ausgegeben. Das kommt gut an.
Mario Wille von der Freiwilligen Feuerwehr fasst zusammen: „Auf die Verpflegung vom THW ist immer Verlass. Gut gestärkt konnten wir mal wieder zeigen, wozu das Ehrenamt in der Lage ist. Schön, dass das THW und die Feuerwehr im Einsatzfall eine so starke Gemeinschaft bilden!“

Nach dem Mittagessen ist eine kleine Sonderaufgabe angesetzt. Freiwillige Feuerwehr, THW, Berufsfeuerwehr und einige Mitarbeiter*innen der Jugendherberge wollen für eine sogenannte Challenge ein Gruppenfoto aufnehmen. Auf Din A3 Blätter werden Worte geschrieben, die die Menschen verteilt auf zwei Ebenen vor dem DJH-Gebäude hochhalten. Sie ergeben die Sätze „Bitte bleibt weiterhin zu Hause. Wir bleiben für euch im Einsatz.“. Vertreter der jeweiligen Organisationen halten dann jeweils ein Schild mit dem Namen ihrer Organisation hoch. Andere Helfer*innen ohne Schilder stehen an Fenstern oder im Hof neben zwei Einsatzfahrzeugen des THW und der Feuerwehr. Ein gelungenes Bild, das den Zusammenhalt und die Zusammenarbeit unter- und miteinander schön in Szene setzt.

Nur kurz wurden für diese Aktion die Arbeiten unterbrochen. Und schon wird wieder geschleppt, gehämmert, gesägt und gefahren.

Gegen 16 Uhr sind alle Aufgaben erledigt, alle benötigten Zimmerausstattungen vor Ort. Es wird eine Abschlussrunde gebildet. Mario König, der Einsatzleiter, bedankt sich bei Truppmännern und -frauen und bei den Helferinnen und Helfern.

Anastasia Schweibert, die Zentrale Praxisanleiterin der Altenpflegeheime Mannheim GmbH, zeigt sich glücklich über die geleistete Arbeit. Sie bedankt sich bei den Ehrenamtlichen. Später sendet sie einen Gruß: „Der Umbau einer Jugendherberge in eine Pflegeeinrichtung ist eine logistische Herausforderung, die von allen Beteiligten viel abverlangt. Das Technische Hilfswerk und die Feuerwehr Mannheim haben durch vorbildliche Arbeit und Organisation maßgeblich dazu beigetragen, dass die Einrichtung innerhalb von wenigen Tagen eingerichtet wurde und durch die APH Mannheim GmbH bezogen werden kann. Das Ergebnis zeigt, dass durch die hervorragende Arbeit aller Beteiligten die Versorgung von Menschen in Krisensituation sichergestellt wird.“.

Kurz nach 16 Uhr erreichen die Einsatzkräfte des THW die Unterkunft und setzen sich zu einer Abschlussbesprechung zusammen. Philipp Spenner, Kraftfahrer beim THW, fasst diese zusammen: „Am Ende des Tages gibt es natürlich im Rückblick auch mal eine Idee, was vielleicht etwas anders hätte gemacht werden können, aber dies zähle ich zu den Erfahrungen, die ein solcher Einsatz mit sich bringt und die dann beim nächsten Einsatz mit Feuerwehr und THW einfließen können. Ich fand, die Zahnräder der Organisationen haben sehr gut ineinander gegriffen und die gemeinsame Arbeit hat wirklich gut funktioniert. Gemeinsam sind wir stark! Dank an die Feuerwehr für die tolle Zusammenarbeit!“

Florian Häffner, Abteilungskommandant der Freiwilligen Feuerwehr Neckarau, zeigt sich zufrieden über den Ablauf: „Die Zusammenarbeit zwischen THW und Feuerwehr war reibungslos und ergänzend, sowohl auf der Zugführer- als auch Arbeitsebene. Solche Großprojekte zeigen, dass ein bereichsübergreifendes Anpacken im Ehrenamt kein Problem darstellt. Gerade die aktuelle Lage zeigt wieder einmal, dass ehrenamtliche Einsatzkräfte egal aus welchen Bereichen (blau, weiß, rot) die Grundlage für einen funktionierenden Katastrophenschutz sind. Sämtliche Kräfte waren stets motiviert und haben von Beginn bis Ende alles gegeben. Auf das Geleistete und die Einsatzbereitschaft bin ich als Abteilungskommandant stolz.“

Auch der Zugführer des THW Ortsverbandes Mannheim, Ben Wenker, kann ein positives Fazit ziehen: „Die Tage waren sehr erfolgreich und wir haben viel geschafft, besonders durch die Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Neckarau und der Berufsfeuerwehr Mannheim. Das Aufgabenspektrum war eher untypisch aber recht überschaubar. Ich bin sehr zufrieden, wie die Kameraden der beteiligten Teileinheiten zusammengearbeitet und sich gegenseitig geholfen haben.“

Nach den jeweiligen Abschlussbesprechungen setzen sich die Ehrenamtlichen noch – mit entsprechend großem Abstand, zusammen und trinken zusammen einen Radler oder eine Cola. Alle sind müde und man sieht Ihnen die intensive körperliche Arbeit an. Jeder freut sich nun darauf, nach Hause zu seinen Familien zu kommen und in den wohlverdienten Feierabend zu gehen.

Hintergrundinfos zu den beteiligten Organisationen:

Das Technische Hilfswerk (THW) ist die ehrenamtliche Einsatzorganisation des Bundes. Das Engagement der bundesweit rund 80 000 Freiwilligen, davon die Hälfte Einsatzkräfte, ist die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz. Mit seinem Fachwissen und den vielfältigen Erfahrungen ist das THW gefragter Unterstützer für Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und andere. Das THW wird zudem im Auftrag der Bundesregierung weltweit eingesetzt. Dazu gehören unter anderem technische und logistische Hilfeleistungen im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union sowie im Auftrag von UN-Organisationen.

Die Feuerwehr Neckarau ist eine Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr Mannheim, die gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr die nicht-polizeiliche Gefahrenabwehr für die Stadt Mannheim sicherstellt. Bei der Freiwilligen Feuerwehr sind in ganz Mannheim in 8 Abteilungen ca. 350 Ehrenamtliche organisiert, von denen etwa 60 der Abteilung Neckarau angehören. In allen Abteilung findet auch eine umfangreiche Kinder- und Jugendarbeit statt. Im Einsatz übernehmen die ehrenamtlichen Helfer die gleichen Aufgaben wie ihre Kameraden von der Berufsfeuerwehr.
Seit 2017 hat die Feuerwehr Neckarau ihren Sitz gemeinsam mit der Abteilung Innenstadt und der Berufsfeuerwehr auf der Hauptfeuerwache an der Neckarauer Straße.